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Vom
Transportmittel zum Sportschlitten
Anfänge in St. Moritz und Davos (Engadin)
Cresta - Britisches Nationalheiligtum
Skeleton - Ursprung des Bob
Cresta-Skeleton ... Zweimal olympische
Disziplin
Bobbahn-Skeleton - Made in Bavaria
Bobbahn Skeleton - erstmals wieder 2002 in Salt Lake City!
Olympische Winterspiele Turin 2006
Vom Transportmittel zum Sportschlitten ...
abgeschaut von indianischen Völkern
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Bereits die Indianer Nordamerikas entwickelten Methoden,
um in den schneereichen Wintern ihre Zelte und ihre Jagdbeute
besser transportieren zu können. Sie banden mehrere Birkenäste
oder größere Rindenstücke zu einer Plattform
zusammen und formten das Holz oder die Rinde am einen Ende
zu einem Bogen. Die Cree-Indianer nannten diesen Schlitten
"otobanask", aus dem später das kanadische
"toboggan" entstand.
Auch in anderen schneereichen Ländern, wie Russland,
Schweden, Norwegen und der Schweiz wurden schon früh
Fortbewegungsmittel gebaut, die das Vorwärtskommen im
hohen Schnee erleichtern. Diese entwickelten sich jedoch in
Richtung Hörnerschlitten und Rodel. Bei den Völkern
galt der Schnee-Schlitten ausschließlich als Transportmittel
und nicht als Sportgerät.
Erst bei den Coughnawaga-Indianern, die damals ihre Zelte
in der Nähe von Ontario aufgeschlagen hatten, wurde das
Schlittenfahren von den Kindern wie auch den Erwachsenen als
eine Art Freizeitvergnügen betrieben.
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Die weißen Einwanderer Kanadas
schauten dies den kanadischen Indianern ab, nahmen Schlitten mit
in den Kurort Davos und bald darauf wurden Clubs gegründet.
Der berühmteste war der "Montreal Toboggan Club"
- gegründet 1870. Dieser Club baute jeden Winter auf der südwestlichen
Seite des Mount Royal eine mehrspurige Eisbahn.
Der "Run" begann auf einem kleinen künstlichen Hügel.
Die ersten 30 Meter ging es abwärts, davon waren die ersten
20 Meter sehr steil. Nachher lief die Bahn noch weitere 365 Meter
in die Ebene hinaus.
Eine Bahn war 60 bis 90 cm breit und wurde mit Brettern oder Schneewändchen
von den übrigen Spuren getrennt. Nach dem ersten Schneefall
wurden die Bahnen mit Schnee aufgefüllt und mit Wasser bespritzt.
Während der kalten Nächte entstand so eine Eisbahn.
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Eine ähnliche Anlage wurde etwas später in Orange,
New Jersey, vom Essex County Toboggan Club gebaut. Diese war
etwa 300 Meter lang. Beide Bahnen wurden mit den flachen Kanadiern
befahren.
Viel früher wurden in Europa solche Anlagen gebaut,
aber hier verwendete man andere Schlitten und fuhr im Sitzen.
In Petersburg war bereits 1777 eine solche Bahn, im Berliner
Prinz-Albrecht-Park 1840 und im Berliner Bellevue-Park 1844.
Aber in allen Fällen waren diese Schlittenfahrten nur
zum Vergnügen, nie war ein sportlicher Gedanke dahinter
verborgen. Dies änderte sich, als die Engländer
auch im Winter die Schweizer Höhenkurorte besuchten.
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Anfänge in St.
Moritz und Davos (Engadin)
Auch in der Schweiz kannte man bisher keine sportlichen
Wettkämpfe. Die Davoser Kinder benötigten den Schlitten
für die Fahrt in die Schule oder um an den freien Nachmittagen
damit an den Hängen herumzutollen.
Den Hausfrauen und Postlern war der Schlitten ein geeignetes Transportmittel,
um in den tief verschneiten Berggebieten ihre Einkäufe nach
Hause zu bringen bzw. die Post auszutragen.
St. Moritz und Davos waren schon Mitte des 19.
Jahrhunderts bekannte Höhenkurorte. Viele Tuberkulosekranke,
darunter auch viele Engländer, kamen in die Berge, wo sie ihre
Krankheit kurieren ließen. Sowohl St. Moritz wie Davos hatten
im Sommer viele Gäste. Aber mit dem Einzug des Winters leerten
sich auch die Kurorte.
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Einer Legende zufolge soll Johannes Badrutt, der Besitzer
des Kulm-Hotels in St. Moritz im Jahre 1864 mit ein paar Engländern
gewettet haben, dass es im Engadin im Winter genauso viel
Sonne habe, wie im Sommer und dass es so warm sei, dass sie
weder Hut noch Jacke anziehen brauchten. Die Engländer
nahmen die Wette an und verbrachten den Winter in St. Moritz.
Und das Wetter war tatsächlich so, wie es ihnen J. Badrutt
versprochen hatte. In den folgenden Jahren kamen immer mehr
Touristen in die Bündener Berge, unter ihnen viele Engländer.
Aber den sportlich veranlagten Inselbewohnern wurde es bald
zu langweilig, den ganzen Tag nur an der Sonne zu sitzen.
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Sie borgten sich von
den Einheimischen deren Schlitten aus und vergnügten sich damit.
In Davos hatte man bereits zwei Schlittenwege. Der eine war beim
Hotel Belvedere, der andere (1,6 km lang) beim Buol-Hotel. Der Andrang
war bald so groß, dass sich einige Leute nach neuen Möglichkeiten
umsahen. Sie fuhren bald die Poststraße nach Klosters und
die Clavadel-Straße hinunter.
John Adington Symonds, ein begeisterter Schlittenfahrer,
wurde von seinem Arzt zur Kur nach Davos geschickt. Er sah die Begeisterung
bei Fahrern und Zuschauern. Daraufhin gründete er im Jahre
1883 den "Davos Toboggan Club".
Am 12. Februar 1883 veranstaltete Symonds das erste "International"
auf der Poststraße von Davos nach Klosters. Dies war auch
das erste offizielle Schlittenrennen der Welt. 21 Fahrer aus fünf
Nationen starteten im Einminutenabstand. Neuschnee machte das Rennen
leicht und sehr langsam. Am schnellsten waren damals der Australier
George Robertson und der Postler von Klosters, Peter Minsch, die
auf die Sekunde gleich schnell waren. Sie brauchten für die
ca. 3,2 km lange Strecke neun Minuten und 15 Sekunden. Der große
Erfolg führte dazu, dass Symonds am 7. Februar 1884 das zweite
"International" von Davos durchführte. Wieder gewann
P. Minsch, diesmal aber alleine und in einer wesentlich schnelleren
Zeit. Er brauchte nur noch 6 Minuten und 35 Sekunden für die
zwei Meilen.
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Cresta - Britisches Nationalheiligtum
St. Moritz im vorigen Jahrhundert - einer der
ältesten europäischen Wintersport- und Kurorte, 1850 m
über dem Meeresspiegel. Ferienparadies im Schweizer Engadin.
Die meisten Touristen kamen aus gesundheitlichen Gründen hierher.
Die klare Bergluft war gut gegen Tuberkulose. Die Ärzte empfahlen
Wandern und - für Unternehmungslustige - leichte Fahrten mit
einem Holzrodelschlitten. Es gab allerdings schon damals einige
Kühne, denen einfaches Rodeln nicht genügte.
Erst 1887 wagte der erste Fahrer die Abfahrt
liegend mit dem Kopf voran. Cresta-Skeleton war somit geboren. Frauen
und Männer benutzten dieselbe Piste. Miss Ursula Weble gewann
das "Grand National" für Damen insgesamt neun Mal.
Die ersten drei Siege errang sie in sitzender Position, danach liegend
sechs weitere. Sie war damit die erfolgreichste Cresta-Fahrerin
aller Zeiten.
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In späteren Jahren des vorigen Jahrhunderts lieferten
sich die kräftigeren Kurgäste, Damen wie Herren,
auf der Dorfrodelbahn regelrechte Wettrennen; solo, zu zweit
oder zu dritt.
1884 beschloss eine Gruppe von Briten unter Führung eines
Major Bulpett, das es nun an der Zeit wäre, eine richtige
Eisrennbahn zu bauen. Man wählte dafür einen steilen
Talhang, oberhalb des kleinen Örtchens Cresta. Und so
begann im Dezember 1884 der Bau des "Cresta-Run".
Am 16. Februar 1885 wurde das erste Cresta-Rennen, das "Grand
National", gefahren. Zunächst fuhr man aufrecht
sitzend auf dem Schlitten.
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Doch 1929 wurden Frauen nach heftigen Debatten aus dem Cresta-Club
ausgeschlossen. Es hieß, Cresta-Fahren könne Brustkrebs
hervorrufen. Auch heute noch ist den Frauen Cresta-Fahren
verwehrt. Cresta ist ausschließlich eine Männerdomäne
und der Club ist auch nicht dazu geneigt, seine Statuten zu
ändern, obwohl es genügend Anwärterinnen gäbe.
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Skeleton - Ursprung des
Bob
Dem Skeletonfahren auf dem Cresta-Run in St. Moritz
haftet bis heute ein Hauch von Exklusivität an. Aus diesem
Grunde suchten Sportbegeisterte nach neuen Möglichkeiten, diesen
Sport anderenorts zu betreiben. Aus dem Cresta-Skeleton entwickelten
sich neue Zweige: der Bobsport und das heute bekannte Bobbahn-Skeleton.
Beide Sportarten sind heute professionelle Wettkampfsportarten,
die auf allen Bobbahnen der Welt betrieben werden.
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In St. Moritz erfand man um 1888 den Bob,
der zunächst aus zwei hintereinander liegenden Skeletonschlitten
bestand, die mit einer Stange aneinander befestigt wurden.
Um diesen großen Schlitten lenken zu können, kam
eine Lenkstange mit Lenkrad dazu.
Anfangs fuhren fünf Personen auf
einem Bob. Die letzte Person war meistens eine Dame.
Der damalige Bobsport erfreute sich nicht nur bei den Herren
sondern, wie man sieht, auch bei den Damen größter
Beliebtheit und wurde von ihnen auch mit Begeisterung ausgeführt.
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Bald wurden auch in dieser Sportart Wettkämpfe
ausgeführt wie z.B. in Arosa, auf der vier Kilometer langen
Poststraße.
Bereits Anfang dieses Jahrhunderts wurden die
bestehenden Naturbahnen von Skeleton- und Bobbegeisterten befahren.
1905 gab es das erste Skeleton-Rennen auf der Naturbahn am Semmering
in Österreich. Bis 1934 gab es in Maria Zell, Igls, Kitzbühel,
Kössen und Kufstein Wettbewerbe auf Eisbahnen. In den Jahren
1909 bis 1912 fuhr man Rennen auch in Friedrichsroda, Oberhof, Schierke
im Riesengebirge, Gossensaß und Sterzing.
Die erste Deutsche Meisterschaft im Naturbahn-Skeleton
fand 1912 auf der 500 Meter langen Natureisbahn in Schierke (Harz)
statt. Ab diesen Zeitpunkt erfuhr dieser Sport einen großen
Aufschwung in Deutschland. 1913 berichtet man von Skeleton-Rennen
in Riga, Ungarn und der hohen Tatra. Davos war 1914 der erste Austragungsort
der Europameisterschaft.
Deutsche Meisterschaften wurden bis 1938 abgehalten. Danach verschwand
Naturbahn-Skeleton fast gänzlich von der Bildfläche. Ausschlaggebend
war die damalige politische unruhige Lage. Zudem kamen schneearme
Winter dazu. Erst viel später, im Jahre 1967, fanden sich einige
Bayern zusammen und erweckten diesen Sport wieder zum Leben. Am
Königssee und in Garmisch fing man allmählich an, sich
mit diesem Sport wieder vertraut zu machen.
1969 wurde die erste Kunsteisbahn am Königssee
fertiggestellt, die ursprünglich für die Rodler und später
für Bobfahrer gebaut wurde. So wandelte sich der Name Naturbahn-Skeleton
zu Bobbahn-Skeleton, der bis heute beibehalten wird.
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Cresta-Skeleton
... Zweimal olympische Disziplin
1928 wurden die olympischen Winterspiele zum ersten
Mal in St. Moritz ausgetragen und zum ersten Mal war Cresta unter
der Bezeichnung "Skeleton" Olympische Disziplin.
Sechs Nationen traten gegeneinander an. Auf
einer Piste, die durch plötzliches Tauwetter recht langsam
geworden war. Zwei Amerikaner, die Brüder Jenison und Jack
Heaton gewannen Gold und Silber. Der einzige Britische Wettkämpfer
und hohe Favorit, Lord Northesk, musste sich deprimieret mit der
Bronzemedaille zufrieden geben.
In den Zwanziger und Dreißiger Jahren
erlebte St. Moritz seine Blütezeit. Die Reichen und Berühmten
kamen aus allen Teilen der Welt, sogar aus Hollywood. Diese füllten
nicht nur die Hotels, auch die Cresta-Bahn erlebte eine amerikanische
Invasion. Zuerst die Brüder Heaton, dann ein junger New Yorker,
Billy Fiske, der einer der besten Cresta-Fahrer der Welt zu werden
versprach. 1938 gewann er nahezu alle Cresta-Rennen, einschließlich
des "Grand National", bei dem er die Abfahrtszeit auf
56.7 Sekunden verbesserte. Ein Rekord, der 17 Jahre lang ungebrochen
blieb.
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Während des Zweiten Weltkrieges mussten die in St. Moritz
vorgesehenen Olympischen Winterspiele abgesagt werden. Manch
einer fragte sich, ob es je wieder einen Wettstreit geben
würde.
Nach der Zwangspause fanden 1948 die ersten olympischen Winterspiele
wieder in St. Moritz statt, somit auch der zweite olympische
Wettstreit auf der Cresta-Bahn. Der Brite John Crammont galt
als hoher Favorit. Doch wieder gab es nur Bronze für
Großbritannien. Der Amerikaner Jack Heaton, Silbermedaillengewinner
von 1928, belegte auch diesmal wieder den zweiten Platz.
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Nino Bibbia, ein 19-jähriger Italiener
aus St. Moritz, der erst 1946 mit dem Crestafahren begonnen hatte,
gewann die Goldmedaille. Für Bibbia war dies der Beginn einer
Karriere, die bis in die 80er Jahre andauerte. Er wurde zum erfolgreichsten
Cresta-Fahrer der 50er und 60er Jahre. 1973, genau 25 Jahre nach
seinem Olympiasieg gewann er zum letzten Mal das "Grand National".
In fast 40 Jahren hat Nino Bibbio auf der Cresta-Bahn mehr Pokale
gewonnen, als jeder andere in der Geschichte des Clubs.
Lord Brabazon ist es zu verdanken, dass Cresta
in den mageren Nachkriegsjahren nicht zugrunde ging. Der begeisterte
Sportler und ehemaliger Minister im Kabinett Winston Churchill´s
kämpfte mit größter Entschlossenheit für den
Fortbestand des Cresta-Clubs in St. Moritz.
1969 erschien ein neuer Star auf dem Cresta-Run.
Ein Schweizer Kunsthändler aus Zürich. Bruno Bischofberger.
Ein befreundeter Wissenschaftler hatte ihm geraten, Versuche im
Windkanal durchzuführen. Dabei solle er einen engen Taucheranzug
tragen, um den Luftwiderstand noch weiter zu verringern, möglichst
mit nach hinten gestreckten, fest am Körper liegenden Armen
fahren. Dieser Stil ging bald als Kamikaze-Haltung in den Cresta-Sport
ein. Ein waghalsig neuer Stil, der inzwischen zum Repertoire gehört.
Bischofberger legte damit den Grundstein für die sensationell
schnellen Zeiten der Cresta-Fahrer von heute.
Form und Verlauf des Eiskanals haben sich in
den letzten hundert Jahren kaum geändert. Noch immer beträgt
das Gefälle 152 m auf einer Strecke von etwa 1200 Meter zwischen
St. Moritz und Celerina.
Unmittelbar vor dem großen Rennen, dem alljährlich im
Februar stattfindenden "Grand National" wird die Strecke
sorgfältig mit Wasser besprüht und ausgebessert.
An verschiedenen Stellen schon, z.B. in der
gefährlichsten Kurve der Cresta-Bahn, der Shuttlecock, hat
es schon hunderte von Knochenbrüchen gegeben und auch tödliche
Unfälle. Hier entscheidet sich, wer seinen Schlitten beherrscht
und wer nicht. Mut und Muskelkraft gehören dazu. Im Eiskanal
wird man trotz Stahlschutz über Handrücken, Lederbandagen
an Ellbogen und Knien weichgeklopft, sofern man nicht lange Jahre
Erfahrung hat und Profi ist.
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1985 feierte man 100-jähriges Jubiläum.
Die Erfinder des rasanten Schlittenvergnügens stifteten
St. Moritz ein Cresta-Denkmal, das nun unterhalb des schiefen
Turms, dem Wahrzeichen des Ortes, steht.
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Bobbahn-Skeleton - Made
in Bavaria
Von einem bayerischen Bobfahrer stammte die Idee,
mit einem Skeleton die vereisten Wege hinunterzufahren. Er war der
erste, der diesen Sport 1969 ins Leben rief. Er gründete sogleich
in München den ersten Skeleton-Club, der bis heute noch existiert.
Vorerst begnügte man sich noch auf den vorhandenen Naturbahnen.
Als 1971 die erste Kunsteisbahn der Welt, am Königssee, fertiggestellt
wurde, war das die Geburtsstunde des Bobbahn-Skeleton. In diesem
Winter wurde sogleich die erste Meisterschaft im Bobbahn-Skeleton
ausgefahren.
Max Probst, ehemaliger Bobfahrer von Schwarz-Gelb
München, wollte mal was ganz anderes ausprobieren. In St. Moritz
sah er die Crestafahrer mit ihren Schlitten. Das muss ihn so begeistert
haben, dass er sich vornahm, selbst einen Schlitten zu bauen und
auf den Naturbahnen Bayerns damit zu fahren. Ob er sich nun einen
Cresta-Schlitten auslieh oder sich einen Skeleton-Schlitten selbst
baute, ist nicht bekannt. Aber man weiß, dass er seine erste
Fahrt auf einem Skeletonschlitten auf der Natureisbahn in Garmisch
erprobte. Er schaarte um sich einige Bekannte und Freunde, die mit
ihm diesen Sport ausübten.
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Max Probst gründete im Jahre 1969 den Bayerischen Skeleton-Club
München, der 1971 in das Vereinsregister eingetragen
wurde. Heute zählen etwa 50 Mitglieder dazu, davon 25
aktive Fahrer.
Eingetragene Gründungsmitglieder waren mit Max Probst
(+) Senator Hans Riedmaier, einem ganz bedeutenden Förderer
und dem ehemaliger Präsident des BSC (+), Heinrich Platzer
und Johann Luxenburger.
Seit 1969 veranstaltete der BSC Jahr für Jahr nationale
und internationale Rennen und verhalf dem Bobbahn-Skeletonsport
zu seiner Popularität. Der BSC München zählt
heute zu den größten Skeletonclubs weltweit.
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Leider wurde die Natureisbahn in Garmisch nach
1969 nie mehr aufgebaut, also suchte man sich eine Alternative.
Diese bot sich an. Die damalige Natureisbahn am Königssee hatte
ideale Verhältnisse.
Ursprünglich seit 1959 von den Rodlern befahren, 1962 für
die Zweier-Bobs ausgebaut, wurde sie 1971 als erste Kunsteisbahn
der Welt fertiggestellt.
Mitleidvoll belächelt wurden die Skeleton-Exoten bereits im
Februar 1968, zur ersten Deutschen Meisterschaft am Königssee.
Mit dem Bau der Olympia-Kunsteisbahn in Igls/Innsbruck im Jahr 1974
weitete sich der Rennbetrieb weiter aus. Am dortigen Eröffnungsrennen
nahmen bereits 55 Aktive aus Deutschland und Österreich teil.
Die Schweiz war damals noch nicht vertreten.
1976 entstand aus der Skeletonsektion des Zürcher
Bobclubs der Skeleton-Club Zürich. Im Verlauf der Jahre sind
weitere Clubs gegründet worden.
Im Winter 1977 testeten Schweizer und Österreicher die Bobbahn
von St. Moritz und erklärten sie für Skeleton-tauglich.
Rennen durften leider noch nicht ausgetragen werden. Erst im Winter
1982 wurde die erste Weltmeisterschaft im Bobbahn-Skeleton gefahren.
Die erste Europameisterschaft seit 1914 wurde
1981 in Igls/Innsbruck abgehalten.
Seit den Neuanfängen nach dem Krieg, im Jahre 1971, sind neben
Österreich und der Schweiz viele Fahrer aus europäischen
und außereuropäischen Ländern dazugekommen wie Italien,
England, Frankreich, Spanien, Tschechien, Lettland, Norwegen, USA,
Australien, Chile, Mexiko, Südafrika, Japan usw. In der Zwischenzeit
wurden auch einige Kunsteisbahnen gebaut, auf dem dieser Sport auf
der ganzen Welt ausgeübt werden kann.
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Bobbahn Skeleton -
erstmals wieder 2002 in Salt Lake City!
Die Skeleton-Profis wollten seit Jahren nur
das eine: als neue Disziplin zu den olympische Spielen aufgenommen
zu werden. Seit vielen Jahren hieß es, dass Bobbahn-Skeleton
olympisch werden soll. Einige Kriterien mussten erfüllt werden,
wie z.B. die Teilnahme von über 25 Nationen, sowie die Teilnahme
weiblicher Skeletonfahrer. Diese Bedingungen waren schnell erfüllt.
Doch sowohl in Albertville als auch in Lillehammer und Nagano wurden
die ehrgeizigen Sportler hingehalten. Dann, bei der Sitzung des
lOC am 02. Oktober 1999, war es endlich soweit: Skeleton ist olympisch!
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Die lange Durststrecke war nun vorbei. Skeleton-Nationen
auf der ganzen Welt bereiteten sich auf den Februar 2002 vor,
auf die seit 1948 erste Olympiateilnahme in Salt Lake City.
Die F.I.B.T. war sofort eifrig dabei, dass Skeleton-Reglement
auf olympische Verhältnisse umzuschreiben. Es wurden
einige Änderungen an Schlitten und Ausrüstung beschlossen,
was für die Materialspezialisten der einzelnen Verbände
eine große Aufgabe darstellte. Doch wer so lange auf
das Ereignisse "Olympia" wartet, hat mit ein paar
Änderungen keine Probleme. Lange vor den Spielen waren
neue Schlitten fertig und das Material ausreichend getestet.
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Mit der Aufnahme bei den olympischen Spielen
erschienen noch weitere, teils für einen Wintersport exotische
Nationen wie Griechenland, American Samoa, u.a. Wenn für die
teils als Einzelkämpfer starteten Sportler auch niemals eine
Medaillenchance ersichtlich war, so zählte vor allem und fast
ausschließlich der olympische Gedanke, dabei gewesen zu sein.
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Olympische Winterspiele 2006 in Turin
Als im November 2005 die olympische Fackel im antiken Olympia entzündet
wurde begann der Fackellauf für mehr als 10.000 Athleten und Prominente
diese führten die Fackel nicht nur durch Griechenland und Italien,
sondern auch durch San Marino, Slowenien, Österreich, die Schweiz
und Frankreich. Bis zur Entzündung des olympischen Feuers legte
die Flamme über 11.300 Kilometer zurück. Entzündet wurde das Olympische
Feuer während der Eröffnungszeremonie am 10. Februar 2006 durch
die italienische Skilangläuferin Stefania Belmondo. Verfolgt wurde
die Veranstaltung von mehr als 35.000 Zuschauern im Olympiastadion
und ungefähr zwei Milliarden Menschen im Fernsehen. Nach Cortina
d' Ampezzo trifft sich die Jugend der Welt erneut in Italien zu
Olympischen Spielen. In sieben Sportarten (Biathlon, Bobsport, Curling,
Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Freestyle, Rennrodeln,
Shorttrack, Skeleton, Ski Alpin, Ski Nordisch und Snowboard) sowie
in 15 verschiedenen Disziplinen an sieben Wettkampfstätten kämpfen
2.500 Sportler um die begehrten Medaillen. Die XX. Olympischen Winterspiele
finden jedoch nicht allein in Turin statt, sondern vor allem im
Um- und Hinterland der oberitalienischen Metropole. Im rund 90 Kilometer
entfernten Cesana Torinese auf 1354 Meter liegt die Kunsteisbahn
für die Wettbewerbe im Bobsport, Rennrodeln und Skeleton. Die Bahn
ist 1435 Meter lang, besitzt 19 Kurven und überwindet eine Höhendifferenz
von 114 Metern. Während der Wettkämpfe wurden dort Höchstgeschwindigkeiten
von bis zu 130 km/h erreicht. Hier wurden die Wettbewerbe im Skeleton
für die Damen und Herren ausgetragen. Bei den Herren gingen 27 Fahrer
aus 19 Nationen an den Start. Der Kanadier Duff Gibson wurde mit
einer Gesamtzeit von 1:55,88 Minuten aus zwei Läufen Olympiasieger.
Mit 39 Jahren ist er der älteste Sieger einer Individualsportart
bei olympischen Winterspielen. Die Silbermedaille gewann sein Landsmann
Jeff Pain, Dritter wurde der Schweizer Gregor Stähli. Die deutschen
Starter Sebastian Haupt und Frank Rommel belegten am Ende Platz
neun beziehungsweise 24. Der Österreicher Martin Rettl, der Weltmeister
von 2001 und Zweitplatzierte bei den Winterspielen 2002, konnte
nur Platz 13 erreichen. Bei den Damen gingen 15 Fahrerinnen aus
zwölf Nationen an den Start. Die Schweizerin Maya Pedersen-Bieri
gewann deutlich vor allen anderen die Goldmedaille. Sie erzielte
in beiden Läufen Bestzeit, fuhr als einzige Fahrerin einen Lauf
unter einer Minute, stellte einen neuen Bahnrekord auf und erzielte
mit 123,1 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord. Ihre Gesamtzeit
lag bei 1:59,83 Minuten. Auf den weiteren Plätzen folgten die Britin
Shelley Rudman und die Kanadierin Mellisa Hollingsworth-Richards.
Die Deutsche Diana Sartor verpasste den Bronzerang nur um 0,28 Sekunden
und belegte Platz vier. Die zweite deutsche Starterin Anja Huber
kam am Ende auf Platz acht. Die erfolgreichste Nation war Deutschland
mit elf Gold, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen, gefolgt von
den Vereinigten Staaten und Österreich Nach 17 tollen Tagen hat
sich Turin mit einer furiosen Schlussfeier von den XX. Olympischen
Winterspielen verabschiedet. Vor den Augen von mehr als 35.000 Zuschauern
im Olympiastadion und einer halben Milliarde Menschen am Fernseher
erlosch um 22.07 Uhr das Olympische Feuer. Wenige Minuten zuvor
hat Jacques Rogge die Jugend dieser Welt aufgerufen sich in vier
Jahren wieder zu den Olympischen Wintersspielen zu versammeln. Diese
finden 2010 in Vancouver statt.
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Vom Transportmittel
zum Sportschlitten
Anfänge in St. Moritz und Davos (Engadin)
Cresta - Britisches Nationalheiligtum
Skeleton - Ursprung des Bob
Cresta-Skeleton ... Zweimal olympische
Disziplin
Bobbahn-Skeleton - Made in Bavaria
Bobbahn Skeleton - erstmals wieder 2002
in Salt Lake City!
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